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Förderkreis Frankfurt e.V. Kultur & Diskurs

Die Ilias – Jetzt erzähle ich

Eine Theater-Performance von Barbara Englert nach Homers „Ilias“: Die Ilias als berühmteste Erzählung des Abendlandes wird  neu gelesen und mit verändertem Fokus ausgelegt. Barbara Englert wurde im Februar 2026 für das Stück mit dem Karfunkel-Sonderpreis ausgezeichnet (Fotos s.u.).


DIE ILIAS. JETZT ERZÄHLE ICH
 
Eine Theaterperformance
Buch & Regie: Barbara Englert

 
 
Die Schauspielerin Léa Zehaf ist als Darstellerin der Kalliope die Erzählerin des Stücks. Ihre weiteren Rollen sind: Achill, Chryseis, Paris, Hektor und Priamos. 

Marlene Zimmer verkörpert die Frauen Briseis, Kassandra, Helena, Hekabe, Andromache und Pentisilea.

Chantal Ermias, Ulrike Johannson, Lisa-Loraine Laser, Demetra Pizzuto, Celine-Patricia Plenz präsentieren als Sprech-Chor die kollektive Stimme der Bevölkerung.
 
In einer 3-D-Videoanimation lässt Pola Sell das Bühnengeschehen auf surreale Weise erlebbar werden. Mit ihrer für die Theaterperformance komponierten elektronischen Musik erschafft Louisa Beck einen Soundraum mit ganz eigener Klangwelt.
 

Termine: 17./18./19./21. August 2026, jeweils 19.00 Uhr
Ort: jugend-kultur-kirche sankt peter
Tickets: 20€/15€/5€ – online und an der Abendkasse
 
 

Im europäischen Kulturraum gilt die „Ilias“ als grundlegende Erzählung über das menschliche Miteinander und die damit verbundenen Feindseligkeiten. Die Homer zugeschriebene Schilderung des trojanischen Krieges betrachtet das Geschehen jedoch allein aus männlicher Perspektive und zelebriert die Stärke und Vorherrschaft der Männer. Welches Ausmaß an Unterdrückung, Entrechtung und Gewalt die Frauen erleiden, wird billigend in Kauf genommen. In Zeiten, in denen die Hybris männlicher Regenten weltweit demokratische Strukturen zerstört und Errungenschaften wie Geschlechtergleichheit unterminiert, setzt die Theaterregisseurin und Autorin Barbara Englert einen Gegenpunkt. Unter dem Titel „Die Ilias – Jetzt erzähle ich“ nimmt sie das Heldenepos aus weiblicher Sicht in den Blick. 

Die Inszenierung erteilt Frauen das Wort, die auf die Taten vermeintlicher Heroen schauen und von ihnen widerfahrenen Gräuel berichten. Die 24 Gesänge der „Ilias“ sind hierbei auf das Wesentliche reduziert und werden von Kalliope, der Muse der epischen Dichtung, nacherzählt. Mit Ironie und bissigen Seitenhieben versetzt, bringt Barbara Englert in ihrem Stück Ungesagtes zur Sprache und schlägt Brücken zur Gegenwart. So führen Verweise auf die Unterdrückung der Frauen im Iran und Afghanistan, den Fall der Französin Gisèle Pelicot oder den steigenden Zahlen von Femiziden, denen in Deutschland fast täglich eine Frau zum Opfer fällt vor Augen, welch unsägliches Leid die männlichen Allmachtsfantasien noch immer bewirken.


Szenenfotos

Alle Szenenfotos von Alexander Paul Englert (APE)

Léa Zehaf als Kalliope

Léa Zehaf

Von links nach rechts: Lisa-Loraine Laser, Chantal Ermias, Demetra Pizzuto, Léa Zehaf, Luna Vega, Büsra Demir, Marlene Haagen

Léa Zehaf

Léa Zehaf und Marlene Haagen (Premierenbesetzung)

Begleitet von imposanten 3-D-Videoanimationen, eigens komponierter elektronischer Musik und einem die Stimme der Polis verkörpernden Chor bereitet der Besuch des Theaterstücks einen ebenso packenden wie kurzweiligen Abend, der überdies reichlich Stoff zum Nachdenken liefert. Nach der Premiere im vergangen Oktober wurde die Inszenierung denn auch nicht nur vom Publikum mit anhaltendem Applaus gewürdigt. „Dank des lebhaften Spiels und der präzisen, klaren Szenen gelingt es, dem weiten Bogen zu folgen“, bescheinigte die FAZ-Redakteurin Eva-Maria Magel in ihrer Kritik und sprach von einem „anekdotenreichen Parforceritt durch Mythologie, Kriegsgeschichte und Heute“. 

Die angesichts gegenwärtiger Entwicklungen vollauf den Nerv der Zeit treffende Inszenierung wurde auch im Frankfurter Kulturamt geschätzt. Bei der Verleihung des alljährlichen Karfunkel – Kinder- und Jugendtheaterpreises überreichte Kulturdezernentin Ina Hartwig im Februar Barbara Englert den Karfunkel-Sonderpreis 2026. Die Opernregisseurin und Spoken Word Poetin Aileen Schneider zeigte sich in ihrer Laudation von „Die Ilias – Jetzt erzähle ich“ hellauf begeistert und bezeichnete das Stück als „authentisches Theatererlebnis, das sich an alle Generationen richtet“. „Es spielen ausschließlich Frauen, selbst männliche Figuren werden von ihnen dargestellt. In dieser Radikalität werden Sehgewohnheiten unterbrochen und damit tut sich eine spezielle geschärfte Sichtweise auf, die sich sonst in der reinen Immersion verlieren und verwässern würde.“ 

 

Karfunkel Sonderpreis-Verleihung

Kulturdezernetin Ina Hartwig und Barbara Englert. Foto: APE

Aileen Schneider hielt die Laudatio. Foto: APE

Barbara Englerts Dankesrede. Foto: APE

Nathanaël Lienhard mit Junis, Pola Sell, Louisa Beck, Barbara Englert


Premiere war am 9.10.2025 in der jugend-kultur-kirche sankt peter, Frankfurt am Main.
Weitere Vorstellungen: 10.10, 11.10., 15.10., 16.10., 17.10.2025
Premierenbesetzung:
Die Schauspielerin Léa Zehaf ist als Darstellerin der Kalliope die Erzählerin des Stücks. Ihre weiteren Rollen sind: Achill, Chryseis, Paris, Hektor und Priamos. Marlene Haagen verkörpert die Frauen Briseis, Kassandra, Helena, Hekabe, Andromache und Pentisilea. Büsra Demir, Chantal Ermias, Lisa-Loraine Laser, Demetra Pizzuto und Luna Vega präsentieren als Sprech-Chor die kollektive Stimme der Bevölkerung.
In einer 3-D-Videoanimation lässt Pola Sell das Bühnengeschehen auf surreale Weise erlebbar werden. Mit ihrer für die Theaterperformance komponierten elektronischen Musik erschafft Louisa Beck einen Soundraum mit ganz eigener Klangwelt.
 

Veranstalter: jugend-kultur-kirche sankt peter

Gefördert von: Förderkreis Frankfurt e. V., Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Frauen-Referat Frankfurt am Main, Stiftung Frauen in Europa, TuWas Stiftung für Gemeinsinn, Naspa Stiftung, Evangelische Zukunftsstiftung Frankfurt und Offenbach